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FRAGEN UND ANTWORTEN

Handelsrecht und Handelsklagen: Fragen und Antworten

Grundlegende Fragen und Erläuterungen zur Mediation und zum zuständigen Gericht bei Handelsklagen, zu Handelsbüchern, Sicherheiten, Schecks und zur Abtretung von Forderungen.

Erstellt von: Av. Umut GüneşRechtliche Kontrolle: Av. Umut GüneşLetzte rechtliche Kontrolle: Erstveröffentlichung: Aktualisierung:

Die folgenden Fragen bieten einen allgemeinen Rahmen zu Mediation und zuständigem Gericht bei Handelsklagen, Handelsbüchern, Sicherheiten, Schecks und zur Abtretung von Forderungen. Im konkreten Fall werden Fristen, Unterlagen und die geltenden Vorschriften gesondert geprüft.

1–10 von 10 Fragen werden angezeigt

Bei welchen Ansprüchen ist die Mediation als Prozessvoraussetzung in Handelsklagen von Bedeutung?

Vor Klageerhebung kann die Mediation bei bestimmten handelsrechtlichen Geldforderungen und bei anderen im Gesetz bezeichneten Ansprüchen zwingend sein.

Artikel 5/A des Türkischen Handelsgesetzbuchs und die Vorschriften zur Mediation bestimmen den Umfang der Prozessvoraussetzung in Handelsklagen. Allein der Umstand, dass die Klage vor einem Handelsgericht erhoben wird, macht die Mediation nicht für alle Ansprüche zwingend. Ansprüche wie Forderung, Schadensersatz, Aufhebung des Widerspruchs, negative Feststellung oder Rückforderung werden nach ihrer jeweiligen rechtlichen Natur geprüft. Das Abschlussprotokoll der Mediation und die Frage, welche Streitigkeit der Antrag erfasst, sollten in der Akte kontrolliert werden.

Wie werden Kontokorrent- und Handelsbucheinträge als Beweis verwendet?

Ordnungsgemäß geführte Handelsbücher können unter bestimmten Voraussetzungen als Beweis dienen; ein Kontokorrenteintrag allein beweist nicht jede Forderung.

Rechnungen, Verträge, Bestellungen, Lieferungen, Bankbewegungen und Saldenbestätigungen werden mit den Handelsbüchern abgeglichen. Von Bedeutung sind die gesetzeskonforme Buchführung, die Eröffnungs- und Abschlussbeglaubigungen sowie die Voraussetzungen für elektronische Bücher. Nicht jeder Eintrag in einem von einer Partei selbst erstellten Kontokorrentauszug kann für die Gegenpartei als endgültiges Schuldanerkenntnis gelten. Die besonderen Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Beweiskraft von Handelsbüchern und die Begutachtung durch einen Sachverständigen sind zu berücksichtigen.

Wie wird das zuständige Gericht in einer Handelssache bestimmt?

Der handelsrechtliche Charakter der Streitigkeit, die Eigenschaft der Parteien und die Zuständigkeitsvorschriften in Spezialgesetzen werden gemeinsam geprüft.

Der Zuständigkeitsbereich des Handelsgerichts erster Instanz wird unter Berücksichtigung der Unterscheidung zwischen absoluten und relativen Handelssachen sowie besonderer Regelungen bestimmt. Allein dass eine Partei eine Gesellschaft ist, macht nicht jede Klage zu einer Handelssache. Auch das Bestehen von Zivilgerichten erster Instanz, Verbrauchergerichten, Arbeitsgerichten, Gerichten für geistiges und gewerbliches Eigentum oder anderen besonders zuständigen Gerichten kann die Beurteilung beeinflussen. Die sachliche Zuständigkeit ist eine Prozessvoraussetzung; der Anspruchsgrund, die Eigenschaften der Parteien und der Streitgegenstand müssen gemeinsam geprüft werden.

Beweist ein E-Rechnungseintrag allein, dass die Ware geliefert wurde?

Nein; eine Rechnung und die tatsächliche Lieferung oder Dienstleistungserbringung sind verschiedene Dinge.

Lieferschein, Übergabeprotokoll, Bestellkorrespondenz, Handelsbücher und Zahlungsbelege werden gemeinsam gewürdigt. Die Folgen eines unterbliebenen Widerspruchs gegen eine Rechnung sind nicht mit dem Nachweis einer Lieferung zu verwechseln, die nie stattgefunden hat.

Wann wird in einem Handelsprozess ein Arrest beantragt?

Sind die Voraussetzungen des Arrests nach dem Vollstreckungs- und Konkursgesetz (İİK) erfüllt, kann zur Sicherung der Forderung ein Antrag gestellt werden.

Die Voraussetzungen – eine nicht durch Pfandrecht gesicherte Geldforderung, Fälligkeit, Glaubhaftmachung und Sicherheit – sind gesondert zu prüfen. Ein Arrestbeschluss bedeutet keine endgültige Beitreibung; danach laufen Fristen für ergänzende Maßnahmen.

Wird eine Klausel über die Zuständigkeit eines ausländischen Gerichts in einer Handelssache in jedem Fall angewandt?

Nein; eine wirksame Gerichtsstandsvereinbarung sowie ausschließliche Zuständigkeiten oder zwingende Vorschriften werden geprüft.

Die Bestimmungen des Gesetzes über das internationale Privat- und Zivilverfahrensrecht (MÖHUK) und der Zivilprozessordnung, die Kaufmannseigenschaft der Parteien und die Art der Streitigkeit sind zu prüfen. Schiedsklausel, Rechtswahl und Gerichtszuständigkeit sind drei voneinander getrennte Fragen.

Sind Bankgarantie und Bürgschaft dasselbe?

Nein; eine Bankgarantie und eine Bürgschaft unterliegen unterschiedlichen Rechtsverhältnissen und Voraussetzungen.

Die Unabhängigkeit der Garantie, der Begünstigte, der Adressat, die Laufzeit, die Zahlungsbedingung und die Einwendungsmöglichkeiten richten sich nach dem Vertragstext. Bei der Bürgschaft sind zusätzlich die besonderen Formvorschriften und die Zustimmung des Ehegatten nach dem Türkischen Obligationenrecht (TBK) von Bedeutung.

Welche Schritte sind möglich, wenn ein Scheck mangels Deckung nicht eingelöst wird?

Die Vorlegungsfrist, die Art des Schecks und die gesetzlichen Verfolgungswege sind zu prüfen.

Scheckformular, Vorlegungsvermerk der Bank, Indossamentenkette, Stellung als berechtigter Inhaber und gegebenenfalls anwendbare Vorschriften aus Spezialgesetzen werden gemeinsam geprüft. Die Beitreibung der Handelsforderung und ein mögliches Strafverfahren sind nicht miteinander zu verwechseln.

Warum ist die Mängelanzeige bei der Lieferung von Waren zwischen Kaufleuten so entscheidend?

Nach Artikel 23 des Türkischen Handelsgesetzbuchs können für Kaufleute besondere Untersuchungs- und Anzeigeregeln zur Anwendung kommen.

Die Feststellung eines offenen oder verdeckten Mangels, der Zeitpunkt der Lieferung der Ware und der Weg, auf dem die Anzeige erfolgte, sollten ausführlich dokumentiert werden. Die Anzeigepflicht und die Folgen eines groben Verschuldens oder einer Arglist des Verkäufers werden gesondert beurteilt.

Ist für die Abtretung einer Handelsforderung die Zustimmung des Schuldners erforderlich?

Besteht kein gesetzliches oder vertragliches Hindernis, hängt die Übertragung einer Forderung in der Regel nicht von der Zustimmung des Schuldners ab.

Nach Artikel 183 ff. des Türkischen Obligationenrechts (TBK) werden die Schriftform, die Bestimmtheit der übertragenen Forderung, die Einwendungen des Schuldners und die Folgen der Mitteilung an den Schuldner geprüft. Die Abtretung einer Forderung und die Übertragung des gesamten Vertrags sind unterschiedliche Rechtsgeschäfte.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Gesetz Nr. 6102, Türkisches Handelsgesetzbuch
  2. Gesetz Nr. 6325 über die Mediation in Zivilstreitigkeiten
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