Vertraulichkeit, personenbezogene Daten, Rechte des geistigen Eigentums und Wettbewerbsklauseln
Ein Vertrag kann neben der Hauptleistung auch Informationen, Daten, Technologie, Marken, Designs, Software und Geschäftsgeheimnisse der Parteien regeln. Diese Bestimmungen müssen im Einklang mit den einschlägigen Sondervorschriften gestaltet werden.
- Umfang vertraulicher Informationen und Ausnahmen
- Verwendungszweck der Informationen, Zugriffsberechtigung und Aufbewahrungsfrist
- Pflichten zur Verarbeitung, Übermittlung und Sicherheit personenbezogener Daten
- Abgrenzung der Rollen von Verantwortlichem und Auftragsverarbeiter
- Inhaberschaft an Werken, Software, Marken, Designs und anderen Rechten des geistigen Eigentums
- Übertragung, Lizenz, Nutzungsbereich, Laufzeit und räumlicher Geltungsbereich
- Bestimmungen zu Arbeitsergebnis, Entwicklung und abgeleitetem Werk
- Wettbewerbsverbot sowie Verbot der Kundenabwerbung und der Abwerbung von Mitarbeitern
- Rückgabe oder Löschung von Informationen, Unterlagen und Daten bei Vertragsende
Elektronische Verträge und digitale Geschäfte
- Vertragsschluss über eine Website, mobile Anwendung oder elektronische Plattform
- Elektronische Signatur und qualifizierte elektronische Signatur
- Per Klick angenommene Verträge und Versionsnachweise
- Elektronische Angebots-, Bestell-, Bestätigungs- und Rechnungsprozesse
- Plattform-Nutzungsbedingungen und Mitgliedschaftsverträge
- Software-, Cloud-Dienst-, Abonnement- und Service-Level-Verträge
- Elektronische Mitteilungen, Registrierte Elektronische Post (KEP) und digitale Beweisunterlagen
- Abgrenzung von Fernabsatzgeschäften mit Verbrauchern und gewerblichen elektronischen Geschäften
- Bestimmungen zu Cybervorfällen, Datenverlust, Zugriffsunterbrechungen und Dienstkontinuität
Internationale Verträge und Streitigkeiten mit Auslandsbezug
Bei internationalen Verträgen genügt es nicht, den Text lediglich in einer Fremdsprache zu verfassen. Welchem Recht der Vertrag unterliegt, wo die Streitigkeit beigelegt wird und wo die ergehende Entscheidung vollstreckt wird, sollte bereits bei der Unterzeichnung behandelt werden.
- Anwendbares Recht und Rechtswahl
- Zuständigkeit türkischer oder ausländischer Gerichte
- Schiedsort, Schiedsregeln, Zahl der Schiedsrichter und Verfahrenssprache
- Klauseln zu Mediation, Verhandlung und mehrstufiger Streitbeilegung
- Internationale Regelwerke, die auf den internationalen Warenkauf anwendbar sein können
- Bedingungen für Lieferung, Transport, Versicherung, Zoll und Zahlung
- Bestimmungen zu Devisen, Steuern, Sanktionen, Exportkontrolle und Compliance
- Bankgarantien, Akkreditive und grenzüberschreitende Zahlungsregelungen
- Rechtliche Prüfung fremdsprachiger Verträge und Sprachvorrang
- Apostille, Beglaubigung, Übersetzung und Verwendung ausländischer Urkunden in Türkiye
- Anerkennung, Vollstreckbarerklärung und Vollstreckung ausländischer Gerichtsurteile oder Schiedssprüche
Den Umfang der digitalen Lieferung konkret festlegen
Bei Software oder Cloud-Diensten zeigt eine funktionierende Verbindung für sich allein nicht, dass alle vereinbarten Lieferpflichten erfüllt wurden. Administratorzugriff, Kontoinhaberschaft, Datenexport, Rechte am Quellcode, Lizenz, Support und Ausstiegsplan müssen im Vertrag klar bestimmt werden.
Elektronische Annahme und Signatur
Ein Klick, eine eingescannte Unterschrift und eine qualifizierte elektronische Signatur sind nicht dasselbe Geschäft. Signaturmethode, gesetzliche Form und besondere Ausnahmen werden nach der Vertragsart geprüft. Die angenommene Fassung und die Vorgangsprotokolle sollten aufbewahrt werden.
Fremdsprache und Streitbeilegung
Die Anfertigung einer Übersetzung macht das gewählte Recht oder die Schiedsklausel nicht von selbst durchsetzbar. Sprachvorrang, Gericht oder Schiedsverfahren, Erfüllungsland und der Ort der Vollstreckung der Entscheidung werden gemeinsam geplant. Angelegenheiten, die ein Gutachten zum ausländischen Recht erfordern, werden mit den im jeweiligen Land zugelassenen Juristen abgestimmt.
